Musiktherapie / Musikpsychologie

Musiktherapie als Angewandte Musikpsychologie im Sinne des Verstehens des musikimmanenten Gehalts einerseits und der patientenzentrierten Funktionalisierung von Musik andererseits erfordert vom Ausbilder, über fundierte Musikqualifikationen und Konzert- und Praxiserfahrugen zu verfügen und ständig die Befunde der neurologischen Forschung zu berücksichtigen. Schließlich entsteht Musik im Kopf bzw. im Gehirn als lebenslang sich verändernder Baustelle mit 100 Milliarden Nervenzellen mit bis zu 15 Trillionen mehr oder weniger intakten Synapsen und Dornen. Ihre Kenntnis wird jedoch nie das wunderbare Rätsel tiefen Musikerlebens und des Augenblicks innigster Schönheit lösen. Nach wie vor gelten die Worte von Gustav Mahler “Das Wesentliche in der Musik steht nicht in den Noten” und Robert Schumanns “Musik ist die höhere Potenz der Poesie” und – besonders auch für die Musiktherapie  – “Licht senden in die Tiefen des menschlichen Herzens – des Künstlers Beruf.

Es versteht sich von selbst, dass nur ein professioneller Musiker, der alle Facetten des musikalischen Wirkungspotentials beherrscht, dem Studierenden sein ihm ganz persönliches psychodynamisch “musikalisches” immanentes Repertoire erschließen und gezielte Trainingshinweise geben kann, anhand deren er den unschätzbar reichen Ausdrucksgehalt von Musik als Pharmakon für sich und andere zu nutzen versteht und mit den von ihm erreichten technischen Instrumentalfertigkeiten optimal präsentieren und  dazu andere mit den von ihnen bevorzugten Instrumenten und ihrer Stimme anleiten kann. Mit diesem persönlichen musikalischen Erfahrungsschatz ist jedermann in der Lage, die Wirkungsmacht von Musik zu erleben und einzusetzen.

Ein erfolgreicher Musiktherapeut braucht somit keineswegs Musikhochschulabschluss und Konzerterfahrung. In der Ausbildung müssen  ihm die therapeutischen Möglichkeiten  seiner vorhandenen Musikkenntnisse gezeigt werden. Somit richtet sich diese Aus- und Weiterbildung an durchaus unterschiedliche Interessenten:

Musiker und Musikliebhaber jedwedes Musikgenres, Erzieherinnen, Lehrer, Ärzte, Psychologen, Heilpraktiker und andere wie etwa Wissenschaftler und an einer Promotion Interessierte. Je nach Interesse werden umfassende oder auf spezielle musiktherapeutische Berufsfelder bezogene Kenntnisse vermittelt und im Selbsterfahrungsprozess erlebbar gemacht, so dass sie zuhause trainiert und die damit gewonnenen Erfahrungen beim nächsten Treffen analysiert werden können.

Dazu ist unumgänglich, dass der Musiktherapieprofessor lebenslang den Forschungsstand verfolgt und anhand der eigenen Erfahrungen beim Hören und künstlerischen Ausüben von Musik vergleichend praktiziert. Das gilt umso mehr, wenn musiktherapeutische Praktiker ausgebildet werden sollen, die keine Musikhochschule absolviert haben, aber mit auch nur wenigen Mitteln die Therapiestunden erlebnisreich gestalten und die innere Musik von Patienten verstehen und fördern wollen.

Die Inflation von Einser-Abitur und die rasant zunehmenden Hochschulabschlüsse und  Dr.-Titel von oftmals arbeitslosen Akademikern hat das Fehlen von Praktikern verursacht. Patienten und Kliniken verlangen dringend nach gut ausgebildeten Praktikern. Man sollte nicht vergessen, dass nicht selten Koryphäen der Geistesgeschichte wie z. B. der bis heute einflussreiche Jean-Jacques Rousseau, u. a. Musiklehrer und Komponist, keine Schule besucht haben. Trotzdem hatten sie Lehrmeister aufgesucht: “Von nichts kommt nichts”.

Seit Einrichtung dieser Aus- und Weiterbildung 1984 gibt es zahlreiche weitere Anbieter. Jedermann darf anbieten, auch wenn er keinerlei Qualifikationen besitzt. So mancher hat kein wissenschaftliches oder Musikhochschulstudium, kein Abitur, keine klinische Erfahrung usw., selbst dann, wenn er die Bezeichnung Professur führt. Wer die oben beschriebenen Voraussetzungen zum Vermitteln, Vertiefen und praktischen Einsatz von musikalischen Substanzen und ihrer Mixtur nachvollziehen kann, wird selbst die entsprechenden Schlüsse ziehen können.

Diese Aus-, Fort- und Weiterbildung orientiert sich an der Interessenlage des Teilnehmers. Die meisten Teilnehmer schließen mit einem überall anerkennungsfähigen detaillierten Zeugnis ab. Bei zusätzlichen  wissenschaftlichen Leistungen können unter Mitwirkung der betreffenden Hochschulen weitere,  im In- und Ausland anerkannte  Qualifikationen bis hin zur Promotion oder gar Habilitation erworben werden.

Ziel ist die praxisbezogene therapeutische, auf Wunsch auch spezialisierte wissenschaftliche oder künstlerische Qualifizierung in kurzer Zeit: “In der Kürze liegt die Würze. In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister.” Eine gute Ausbildung gewährleistet am ehesten beruflichen Erfolg. Wir haben noch nie gehört, dass ein Absolvent dieser Ausbildung sein Ziel nicht erreicht hätte, sofern er ggf. zum Umzug bereit war.

Dauer:  richtet sich nach Vorerfahrung, Engagement und Zweck (haupt-, nebenberuflich, Aktualisierung von Kenntnissen). Dauer und Preis hängen vom Einzelnen ab und sind verhandelbar. Die Professoren lehren unentgeltlich. Alle Einnahmen gehen an Musiktherapie gem.e.V. (seit 1984).

Dieses von allen maßgebenden Instanzen anerkannte und anerkennungsfähige Angebot legt Wert auf Glaubwürdigkeit und exzellente Ausbildung mit besten Berufschancen. Die Professoren sind aufgrund ihrer höchstrangigen künstlerischen und akademischen Grade und Berufungen staatlich geprüft und somit unabhängig von der Anerkennung irgendwelcher Vereine. Für Kliniken sind die in der Ausbildung erworbene Kompetenz und Qualität wichtiger als akademische Grade oder Anerkennungen von Verbänden bzw. Gesellschaften e.V. (private Vereine, zu deren Gründung sieben Personen genügen), die nur für ihre Mitglieder sprechen können.

Studiengebühren betragen maximal € 1.400 pro Semester bzw. Intensivkompaktwoche.

Annahme von Bildungsschecks (Baden-Württemberg, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz) und Bildungsprämie.

Übernachtung im Einzelzimmer ist gegen Eigenleistung für 15 € pro Nacht möglich. Die Teilnehmer erhalten für das 290 m² umfassende freistehende Gebäude einen Schlüssel, so dass sie ihre Freizeit, Mahlzeiten und das Übernachten selbst organisieren können. Das Gebäude mit Küche, Spül- und Waschmaschine, Duschen und drei Toiletten ist als Unterrichts-, Aus- und Fortbildungsstätte amtlich anerkannt.

Für approbierte Therapeuten: Eine Anerkennung der Seminare durch die Psychotherapeutenkammern kann auf Wunsch beantragt werden; noch immer wurden alle Anträge genehmigt.

Anderswo erworbene Musiktherapiekenntnisse und (meist wertlose) Fortbildungspunkte werden anerkannt, sofern die Kursleiter wenigstens eine Musikhochschule und ein wissenschaftliches Studium absolviert haben und den Kriterien des Berufsverbands für Künstlerische Therapien www.künstlerischetherapien.de BKT weitgehend entsprechen.
Gelegentlich stößt man auf Stellenausschreibungen, die die Teilnehmer aus einer bestimmten Einrichtung bevorzugen oder eine Bescheinigung eines bestimmten Vereins wünschen. Experten zufolge dokumentieren  solche Arbeitgeber  damit, dass sie nicht an Bewerbern mit den besten Kenntnissen interessiert sind und gegen die erforderliche Ethik im Gesundheitswesen verstoßen.
Musiktherapeuten sind zur fachlichen Fortbildung nicht verpflichtet. Die Vergabe von  Fortbildungspunkten ist als lukratives Geschäftsmodell von privaten Vereinen zu werten. Siehe die Informationen der KVB zur Fortbildungspflicht gemäß § 95d SGB V und  § 136b SGB V